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Die Tagespost: „Neutralität: Ein Mythos mit Risiken und Nebenwirkungen“

Bericht von Stephan Baier in „Die Tagespost“ · 23. Oktober 2026

„Vom diplomatischen Hebel wurde Österreichs Neutralität zum tabuisierten Identitätsersatz.“ So fasst Stephan Baier in der „Tagespost“ seine Analyse zusammen – und stützt sich dabei wesentlich auf Franz-Stefan Gady, Mitglied unseres Advisory Board.

Ursprünglich war die immerwährende Neutralität eine rechtliche Verpflichtung, mit der Österreich 1955 den Abzug der Roten Armee und die volle Souveränität erreichte. Mit der Zeit, so Baier, wurde sie zur identitätsstiftenden Größe – und zu einem Mythos, an dem lange nicht zu rütteln war.

Gadys Befund

Der Militäranalyst Franz-Stefan Gady, der in seinem Bestseller „Überfall“ Planspiele eines russischen Kriegs gegen Europa skizziert, wird mit den Worten zitiert: „Dem Mythos der Neutralität haftet die Vorstellung an, dass eine Nichtmitgliedschaft in der NATO uns davor schützt, für die NATO außerhalb unserer Grenzen in den Krieg zu ziehen.“ Aus geöffneten ungarischen Archiven weiß Gady, dass der Warschauer Pakt im Kalten Krieg zwölf Atombomben für österreichisches Staatsgebiet eingeplant hatte.

Rückblickend, so der Artikel, habe nicht die Neutralität Österreich im Kalten Krieg geschützt, sondern die Pattstellung zwischen NATO und Warschauer Pakt. Der Mythos sei aber bequem gewesen: Er erlaubte es, das Bundesheer kaputtzusparen und die Verteidigungsfähigkeit zu vernachlässigen.

Neutralität im Ernstfall

Heute führt Russland längst einen hybriden Krieg gegen das neutrale Österreich. Bei einem Angriff wären, wie Gady formuliert, „Neutralitätsfragen ohnehin akademisch, weil im Verteidigungsfall die Neutralität fällt und Österreich Kriegspartei wird – und de facto Verbündeter der NATO“.

Wie verteidigungsfähig Österreich heute ist, zeigt unser Austrian Defence Monitor.

Quelle: Die Tagespost, 23. Oktober 2026, Rubrik Sicherheitspolitik. Zum Originalartikel: die-tagespost.de. Bild: Ausschnitt aus der Website.

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