Gegengeschäfts-Monitor · Industriekooperation Leonardo M-346FA
400 Millionen Euro Industriekooperation.
Umsetzung in der Anfangsphase.
Beim Kauf von zwölf Leonardo M-346FA für rund 1,6 Mrd. Euro vereinbarte die Republik ein Industrieabkommen über 400 Mio. Euro. Dieser Überblick fasst zusammen, was zum Abkommen und zu seiner Umsetzung öffentlich bekannt ist.
Das Wirtschaftsministerium bezeichnet die Umsetzung als in der Anfangsphase. Einzelne Aufträge sind bislang nicht öffentlich dokumentiert; ein Monitoring-Mechanismus zur Anrechnung wird ausgearbeitet (Stand Juli 2026).
Die Eckdaten
Industriekooperationen zwischen Österreich und Italien, vereinbart im November 2025.
Das Kooperationsvolumen entspricht rund einem Viertel des Beschaffungswerts.
Bis 2040 angelegt; 300 Mio. € sind für die erste Dekade vorgesehen.
12 × M-346FA, inkl. Bewaffnung, Ausbildung und Betrieb.
Vorgesehener Meilenstein, an dem konkrete Vorhaben benannt werden sollen.
Einzelne Abschlüsse mit heimischen Firmen sind bislang nicht veröffentlicht.
Die Industriekooperation
Österreich beschafft von der italienischen Leonardo zwölf Kampfjets des Typs M-346FA für rund 1,6 Milliarden Euro. Der Kaufvertrag wurde am 29. November 2025 unterzeichnet. Parallel schloss das Wirtschaftsministerium ein Abkommen über Industriekooperationen im Umfang von 400 Millionen Euro ab – das entspricht etwa einem Viertel des Auftragswerts. Vorgesehen sind Kooperationen in den Bereichen Luftfahrttechnik, Zulieferindustrie, Digitalisierung sowie in der sicherheitsrelevanten Forschung, etwa bei Materialtechnologie, Simulation und Sensorik.
Das Abkommen ist auf 15 Jahre angelegt; 300 Millionen Euro sollen in der ersten Dekade in Österreich wirksam werden. Nach Angaben des Wirtschaftsministeriums befindet sich die Umsetzung in der Anfangsphase. Konkrete Projekte sollen bis 2027 identifiziert werden, die Auswahl der Aufträge liegt bei Leonardo. Ein Mechanismus zur Messung und Anrechnung der Kooperationen wird derzeit ausgearbeitet.
Anfang Juli 2026 luden Wirtschaftskammer und Wirtschaftsministerium rund 150 heimische Unternehmen zu einer Informationsveranstaltung nach Wien. Im Mittelpunkt stand der Prozess, über den sich Betriebe als mögliche Zulieferer und Partner registrieren können. Der Kooperationsvertrag selbst ist nicht öffentlich: Auf Basis des im September 2025 in Kraft getretenen Informationsfreiheitsgesetzes beantragten das Magazin profil und das Forum Informationsfreiheit dessen Offenlegung. Die zuständigen Ministerien verweigerten diese unter Verweis auf nationale Sicherheit. Das Bundesverwaltungsgericht wies die Beschwerde Ende März 2026 ab; die Antragsteller kündigten ein Rechtsmittel an.
Quellen
- 01.07.2026Jet-Firma traf Unternehmer in Wienprofil · Stefan Melichar
- 30.06.2026Leonardo in Wien: der nächste Auftrag im BlickMilitär Aktuell
- 30.06.2026Warum Österreich im Rüstungsbereich zögerttrend · Ecker & Pucker
- 10.06.2026Die Geister-Gegengeschäfte beim Leonardo-Dealprofil · Stefan Melichar
- 13.04.2026Offenlegungs-Verfahren vor dem BVwGForum Informationsfreiheit
- 29.11.2025Österreich finalisiert Ankauf der M-346FABundesheer / BMLV
- 29.11.2025Kauf von zwölf Leonardo-Kampfjets fixiertORF
- 20.07.2025WKStA: keine Ermittlung bei Jet-BeschaffungOÖ Nachrichten
- 19.05.2025Anfrage 2443/J – Nachbeschaffung von Jet-TrainernParlament · XXVIII. GP
Methodik
„Öffentlich dokumentiert" bezeichnet ein Auftragsvolumen, das sich aus öffentlich zugänglichen, überprüfbaren Quellen einer Firma und einem Betrag zuordnen lässt. Ankündigungen oder der Status „in Anbahnung" werden nicht mitgezählt.
Ein Stand von 0 € bedeutet nicht, dass keine Tätigkeit stattfindet – er beschreibt ausschließlich, was aus öffentlichen Quellen nachvollziehbar ist. Der Überblick wird aktualisiert, sobald neue Informationen vorliegen.
Dieser Überblick wird aktualisiert, sobald neue Informationen zum Umsetzungsstand vorliegen. Stand: 3. Juli 2026.
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